Archiv für den Monat: September 2008

Yasmin Stieler: Ermittler im Zwielicht?

Es fällt schon auf. Polizisten stellen sich selbst als verbissene Verfolger dar, die stolz darauf sind und Wert darauf legen, dass Kapitalverbrechen nicht ungesühnt bleiben. So schreibt die Braunschweiger Zeitung am 05.09.2008:

Vor zwei Jahren begannen die Peiner Kriminalbeamten, den Fall Yasmin Stieler neu aufzurollen. Es mag ihnen in den Fingern gejuckt haben, denn in den säuberlich verstauten Akten verbargen sich einige Ungereimtheiten.

und:

Auch wenn gestern bei der Peiner Polizei erstmal gefeiert wurde – die Ermittler haben noch eine Menge zu tun. Dass Sommer und Gleich echte Profis sind, bewiesen sie bereits Anfang 2006. Da lösten sie nach mehr als 14 Jahren den „Fall Illig“, einen Spielhallen-Mord. Der Täter wurde mittels DNA-Abgleich anhand der Überreste einer Camel-Zigarette überführt.

Wie der Fall Stieler ausgeht, ist noch offen. Damals schlossen sie die Akten mit dem Vermerk „Fall gelöst“.

Wenn man dann heute nachlesen kann:

Eine Recherche unserer Zeitung ergab: Der Lacksplitter, der vom Spaten des Tatverdächtigen stammt, wurde nicht 1996 am Torso-Fundort sichergestellt. Er stammt aus einer in diesem Frühjahr genommenen Erdprobe. Somit ist theoretisch denkbar, dass der Spaten erst wesentlich später von einem Feind des Beschuldigten durch das Erdloch gerührt worden ist, um diesen zu belasten.

kommt man möglicherweise ins Grübeln, zumal, wenn die Staatsanwaltschaft versucht, realistische und notwendige Denkansätze ins Lächerliche zu ziehen.